Gebet

Einladung zum gemeinsamen Gebet – von Zuhause 6

Jesus: „Wenn ihr betet sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.“

Lukas 11,2

„Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt.“

Jakobus 4,3

Das christliche Gebet unterscheidet sich in vielem grundlegend vom religiösen Gebet aller Menschen. So ist es z.B. selbst schon Antwort, der ein Ruf an uns vorausging und keinen Rufen, dass auf Antwort hoffen muss. Ein weiterer zeigt sich in den Worten der Brüder Jesus und Jakobus.

Nach Jesus dreht sich das ganze Leben und folglich auch das Gebet um Gott, nicht um einen selbst. Christen beten darum, dass Gottes Wille in ihrem Leben geschehe und nicht darum, dass Gott ihren Willen geschehen lässt. Ihr Gebet ist selbstlos, weil es von der Sorge um sich selbst befreit ist. Auf den ersten Blick mag keiner für üble Dinge beten, doch es geht um die Absicht. Die Motivation zum Gebet kann weiterhin aus tiefer heidnischen Sorge und Angst entspringen, statt aus Glauben und Geist.

Auch kann das Erwünschte – und ist es das Frommste, z.B. die Veränderung eines einzelnen Menschen oder gar der Gemeinde – nur deshalb unser Gebet sein, weil man selbst dann weniger Ärger oder mehr Lust, gar nur weniger Arbeit mit manchen Menschen hat. Das Vater unser lehrt uns: Wir sollen Gott bitten, dass er uns gebraucht und nicht Gott für unsere Bitten gebrauchen.

Vor allem aber sollen wir Gott um seiner selbst suchen, um der Gemeinschaft mit ihm, der Anbetung, des Lobpreises und des Dankes. Wenn unser Gebet vornehmlich aus Bitten besteht, müssen wir uns fragen, ob es Ausdruck dafür ist, die Dinge unter unsere Kontrolle zu bekommen. Beten wir, weil Gott sich um uns sorgt,  oder damit Gott sich um uns sorgt. Erstes ist religiös, zweites entspringt aus dem Wort Gottes, mündet unweigerlich in Glauben und Gehorsam, Freude, Dank und Lob, dazu dass Gott uns mit seiner Liebe bewegt, anstatt wir ihn zur Liebe zu bewegen. Erstes ist anstrengend, zweites nur schön. Zu zweitem lade ich uns ein.

Wir können Gott bitten:

– dass er sein Reich baut

– uns seinen Willen zeigt

– aufdeckt, wo wir unsere Absichten statt seine verfolgen

–  uns mit seinem Evangelium befreit von der Sorge um uns selbst

– unsere Gemeinschaft mit ihm, uns verändert

Einladung zum gemeinsamen Gebet von Zuhaus 5

„Wenn es jemanden unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben.“

  Jakobus 1,5

Liebe Geschwister,

heute wäre wieder einmal Gebetskreis gewesen. Noch müssen wir uns gedulden, uns unter die Situation beugen, aber wir dürfen auch langmütig sein, müssen die Hoffnung nicht fahren lassen, denn wir kennen Gott. Er hört unser Gebet. Er gibt uns seinen Geist.

In diesen Tagen der Coronakrise erfahren wir, dass es leichter ist zu schließen als wieder zu öffnen. Verantwortung ist gefragt. Weisheit ist gefragt. Wir alle aber stecken in einer neuen Situation, müssen neu lernen, dass unsere Macht und unser Wissen begrenzt sind, wir endliche Wesen, eben Geschöpfe sind. Da kann es nur richtig sein, den Blick zu Gott zu wenden, und wenn nur mit dem Ziel, die eigene Unvollkommenheit neu auf den Schirm zu bekommen.

Die Bitte des Jakobus um Weisheit steht aber in noch einem konkreteren Zusammenhang. Jakobus ist überzeugt, dass Christen Anfechtungen mit Geduld gut überstehen, wenn sie Weisheit haben (Jakobus 1,2-5). Dabei geht es offensichtlich nicht um eine Weisheit, die nur Spezialbegabte geschenkt bekommen, sondern jeder von Gott geschenkt bekommt, um durchzuhalten. Denn Gott ist gut, rundum Licht. Er gibt uns nicht alles, was wir wünschen, aber alles, was wir für den Weg mit ihm brauchen. Dann kann die Anfechtung dieser Zeit zur wertvollen Bewährung führen und wir alle gehen gestärkt aus ihr heraus (Jakobus 1,12). Als Einzelner, aber auch als Gemeinschaft, denn diese Weisheit ist eine hörende – auf Gott, aber auch auf die Menschen. Sie führt zur Sanftmut und Barmherzigkeit, sie führt zu Frieden. Die Weisheit kommt aus einem Herzen, dass von Frieden und nicht Begierde bestimmt ist. Dieses Herz bittet und empfängt. Das aber ist ein guter Grund, als Gemeinde Wege in dieser Zeit zu finden.

Wir können bitten:

– für hörende Menschen in Politik und Verantwortung

– für weise Entscheidungen

– für Bescheidenheit im Denken auf sich und für Fehlertoleranz anderen gegenüber

– für Miteinander im Umgang und Vermeidung von Verteilungskämpfen

– den Blick für die Schwächsten in dieser Zeit, den Blick für die, die ohne Lobby sind

– dass die Gottesdienste, die nun wieder starten, Menschen stärken, Halt und Orientierung geben.

– wir weiterhin für die Menschen da sind, die nicht von den Öffnungen profitieren können  

– dass die Krise, das Gute in uns hervorruft und nicht das Schlechte, wir hilfsbereit und besonnen bleiben

– um Weisheit, im Glauben mit dieser Zeit umzugehen

Einladung zum gemeinsamen Gebet – von Zuhause 4

„Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie.“

  Lukas 19,41

„Weint mit den Weinenden“

Römer 12,15

Liebe Geschwister,

diese Tage der Coronakrise erleben Menschen unterschiedlich. Diese Tage des Leides deuten Menschen unterschiedlich, selbst Christen. Selbst wenn man diese Tage als Gericht über eine gottfeindliche Welt verstehen will, so ändert dies nichts an der Haltung von uns Christen zu den Menschen dieser Welt. Jesus macht sie vor: Im Blick auf Jerusalem, das ihm den Tod bringen wird, dessen Untergang er prophezeien wird, weint er. Jesus lässt die Not der Menschen an sich heran. Er ist Teil einer seufzenden Schöpfung (Römer 8,22). Wir sollen es auch sein. Für Menschen, gar unsere Feinde, zu beten, sie zu segnen, ist uns aufgetragen. Ja, wir sollen ihre Not an uns heranlassen. Dies geschieht auch in der Klage vor Gott.

Wir können beten für:

– Erkrankte und ihre Angehörigen, ihre Not und ihre Angst

– für Trauernde, die aufgrund der Krise nicht richtig Abschied nehmen können

– für Helfer, dass sie Hilfe und Schutz erfahren, für den Umgang mit Hilflosigkeit

– für Ärzte, dass sie weise Entscheidungen treffen und vor unmenschlichen Entscheidungen bewahrt werden

– für bleiende Solidarität und Rücksichtsnahme der Bevölkerung

– für den europäischen Zusammenhalt

– für Menschen, die durch die Krise in Lebensmittelnot geraten (z.B. Obdachlose)

– für Menschen, die durch die Krise, in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit geraten sind

– für Menschen, die durch die Krise vereinsamen

– für Menschen, die durch die Krise Opfer häuslicher Gewalt werden

– für Menschen, die durch die Krise keinen Sinn mehr im Leben sehen

– für Menschen, dass sie Halt und Zuversicht im Glauben an Jesus Christus finden

– dass die Botschaft von Kreuz und Auferstehung Menschen befreit zu einem Leben mit Gott

Einladung zum gemeinsamen Gebet – von Zuhause 3

„Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt!“                                                  Jesus in Lukas 22,40

Liebe Geschwister,

dieser Aufruf Jesu zum Gebet geht an die Gemeinschaft der Jünger. Es ist gut, zusammen zu beten. Ich lade ein, dass zu „unserer“ Zeit zu machen, der des Gebetskreises, mittwochs um 19:30 Uhr.

Wir Menschen stehen in vielfacher Gefahr vom Glauben abzufallen, die Beziehung zu Jesus an den Nagel zu hängen. Der Satan siebt die Jünger Jesu, versucht sie. Die Kraft zum Widerstand gegen die Versuchung kommt allein aus dem Hören auf das Wort Gottes, aus dem Gebet. Jesus lässt uns wissen, dass er für uns betet, dass unser Glaube nicht aufhöre (Lukas 22,32; Johannes 17,11). Wenn wir beten, beten wir immer mit ihm. Das passende Gebet dazu schenkt er uns auch. Es gipfelt in Lukas 11,4 in der Fürbitte: „Führe uns nicht in Versuchung!“

Es gibt „Zeiten der Versuchung“ (Lukas 8,13), lehrt Jesus im Gleichnis vom Sämanns. Selbst Jesus kannte Zeiten der Versuchung (Lukas 4,1; Hebräer 4,15), war dankbar, wenn man ihm dabei zur Seite stand. Wir sollten sie nicht leicht nehmen. Unsere Versuchungen sind ihm jedenfalls nicht fremd. Die jetzigen Zeiten lehren uns neu, zu wachen und zu beten (Lukas 21,36).

Der Arzt Lukas weiß, dass auch „Seuchen“ (Lukas 21,11) zu den Vorzeichen des Kommen Jesu zählen. Jesus kommt zwar wie ein Blitz, aber nichts aus heiterem Himmel. Vorher ziehen Wolken auf. Diese Wolken können in zweifacher Hinsicht zur Versuchung werden.

Zum Einen, dass wir nicht mehr glauben können, dass Jesus Herr dieser Welt ist, dass er jedes Haupt auf unserem Haar gezählt hat, dass er für uns sorgt, ja dass hinter einer Welt, die Krankheit zulässt ein Gott, ein liebevoller Gott stehen kann. Und so ersticken die Sorgen unseren Glauben (Lukas 8,14) oder wird das Leid der Welt zum Stein des Anstoßes, zum Fels des Atheismus, zum Grund der Lästerung (Offenbarung 16,9.21). Jesus aber weiß, was kommt, hat die Fäden nicht aus der Hand gelassen. Es kann uns nicht überraschen.

Zum Anderen gibt es Menschen, die nun sagen „Die Zeit ist herbeigekommen“ (Lukas 21,8), die sich anmaßen zu wissen, was weder die Engel im Himmel noch der Sohn Gottes, Jesus von Nazareth, wusste. Wir sollen „allezeit“ (Lukas 21,36) wachen und beten, weil seit Jesus schon allezeit die Welt in Wehen liegt (Markus 13,8), die vier „apokalyptischen“ Reiter in allen Himmelsrichtungen unterwegs sind (Offenbarung 6,2-8), nie der Zeitpunkt ist, zu sagen: Nun nicht, nun ist Frieden (1 Thessalonicher 5,3)! „Seht zu, dass euch niemand verführe!“ (Markus 13,5), ist das erste Wort Jesu zur Endzeit! Fahrpläne, Wasserstände, Anzeigen auf der Weltenuhr, sind vorsichtig gesagt unangebracht.

Das Aufkommen der Seuche dieser Tage kann nur ein Weckruf sein, das fahle grüne Pferd (Offenbarung 6,7f) nur Hinweis auf das Lamm Gottes, der auf dem Thron sitzt und uns liebt (Offenbarung 5), dem es gilt kompromisslos nachzufolgen und der alles gibt uns zu bewahren vor der Versuchung.

Schwerpunkt Gebet

– nicht an Gott irre werden durch das Leid und durch falsche Endzeitpropheten

– Vertrauen in Gottes Macht und Vorsehung, seine Liebe und Sorge für uns

– konsequente Ausrichtung unseres Lebens auf Gott

– Gebet und Hilfe füreinander

– Dank, dass Jesus für uns betet

Einladung zum gemeinsamen Gebet – von Zuhause 2

„Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst.“                                                                     Jesus in Markus 14,36

Liebe Geschwister,

Gemeinsamkeit kann man unterschiedlich ausdrücken. Durch Raum und Zeit. Ersteres ist uns gerade vielfach versperrt, zweites können wir neu schätzen lernen – heilige Zeiten, die wir Gott reservieren. Es kann zugleich ein starkes Bekenntnis an die Umwelt sein. Das Gemeindegebet am Mittwoch um 19:30 Uhr kann so ein Ort sein.

Jesus lehrt uns beten. Durch sein Vorbild. Auch in der Krise.

Sein erster Blick gilt dem liebenden Vater. Abba, Pappa. Wie tief. Es lohnt sich nach dieser Anrede einmal innezuhalten und die Zuwendung Gottes ganz auf sich wirken zu lassen. Wie groß die Krise auch ist, wie stark sie mich auch betrifft, sie macht keine Abstriche von der Liebe Gottes.

Sein zweiter Blick gilt den unbegrenzten Möglichkeiten Gottes. Gott ist nicht gebunden in seinen Optionen und wir sollten ihm auch keine Grenzen setzen. Unsere Hoffnung darf Stark sein. Unser Mut, dem Mann aus Nazareth zu folgen, unbeschränkt. Der Weg des Handeln Gottes mit dieser Welt, mit uns, ja selbst mit Jesus ist nicht in dem Sinne vorgezeichnet, dass wir für Gott und uns nur noch begrenzte Wege sehen müssten.

Drittens: Jesus schüttet sein Herz bei dem Vater aus. Er sagt klar, was er nicht will: „Nimm diesen Kelch von mir!“ Wir müssen nicht leidensergeben sein. Wir müssen uns nicht scheuen, zu sagen, was wir nicht wollen. Gott will uns hören und unsere Not.

Viertens: Gott will aber auch, dass wir im Gebet eins werden mit dem Willen Gottes, wir uns neu ausrichten und einfinden auf seinem Weg, dass wir sagen: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Darum geht es zu tiefst im Gebet. Und dann auch unser Anliegen gut in seiner Antwort aufgehoben zu wissen, wie immer sie aussieht – selbst wenn sie unseren Wunsch wie bei Jesus nicht erfüllt.

Gebetsanliegen

– Dank für die Liebe Gottes, auch wenn wir sie in der Krise nicht immer sehen.

– Dank für die Möglichkeiten Gottes, wo wir so häufig diese Tage an die Grenzen kommen.

– Bitte für Kranke, Sterbende, Trauernde und die teils ungeheure Not, die sich über ganze Landstriche zieht.

– Bitte für Ärzte und Pfleger, Bewahrung und Kraft, Dank und Unterstützung

– Bitte um Weisheit für Politiker und Wissenschaftler, Dank und Unterstützung

– Verantwortungsvoller und achtsamer Umgang der Bevölkerung

– Solidarisches Verhalten in der Nachbarschaft, beim Arzt, beim Einkaufen.

– Gutes Zurechtfinden in Zeiten der Kontaktsperre

– neue Ausrichtung auf Gott in Land und Gemeinde

– dass wir als Gemeinde Wege finden, uns gegenseitig durch Jesus zu stärken und Gottes Wort weiterhin in unser Umfeld tragen.

Einladung zum gemeinsamen Gebet – von Zuhause

„Bittet so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“                                                           Jesus in Matthäus 7,7+8

Liebe Geschwister,

normaler Weise treffen wir uns Mittwochs um 19:30 Uhr zum Gebet. Dieser Kreis ist mir regelmäßig eine Quelle der Freude und der Kraft. Der gemeinsame Blick auf Gott und das, was er tut, stärkt. Das Gespräch mit Gott ordnet den eigenen Willen auf ihn und befreit von Sorgen. Diese Quelle ist vorerst aus Rücksicht auf einander in Zeiten der Corona-Epidemie versiegt. Doch wir können uns gemeinsam verabreden als Gemeinde – jeden Mittwoch, um 19:30 Uhr – im Gebet Gott suchen, füreinander und die Menschen in unserem Umfeld und der Welt eintreten. Dazu lade ich ein.

Besser, Jesus lädt uns ein zum vertrauensvollen Gespräch. Wir müssen keine Sorgen haben, ob und wie wir bei Gott ankommen. Selbst als „böse“ Menschen, die wir sind (V.11), können wir doch von dem guten Gott alles erwarten. Bei ihm finden sich Hilfen, Lösungen, neue Perspektiven. Dabei geht es nicht nur um dieses und jenes zu bitten, wie z.B. Bewahrung oder Genesung von Krankheit, sondern um die Begegnung mit ihm selbst. Was dazu zählt, nennt der Prophet Jesaja (Kapitel 55,6+7): Wir sollen in seiner Nähe ankommen und Geborgenheit und Zuversicht gewinnen. Gott kommt zum Ziel. Wir sollen aber auch neu begreifen, was Gott von uns will, unsere bösen Gedanken und Wege sein lassen, umkehren. Das freilich bedarf nicht nur des Redens, sondern auch des Hörens im Gebet, dass ich nicht nur Anliegen nenne, sondern ihn tatsächlich suche und frage und er uns klar macht, was dran ist. Das schenke uns Gott.

Betet mit für:

– Erkrankte am Coronavirus, aber auch, dass die anderen Kranken darüber nicht aus dem Blick geraten.

– Bewahrung vor Krankheit, besonders unserer Alten und Kranken

– Kraft und Ausdauer für das Pflegepersonal, Forschungsfortschritte zur Bekämpfung des Virus

– Weise Entscheidungen der Politiker

– Verantwortliches Verhalten der Bevölkerung, um die Verbreitung zu verlangsamen

– neue Ausrichtung auf Gott in Land und Gemeinde

– Einstehen füreinander, Vertiefung der Beziehungen

– dass wir als Gemeinde Wege finden, uns gegenseitig durch Jesus zu stärken und Gottes Wort weiterhin in unser Umfeld tragen.