Über 125 Jahre FeG Frankenbach

 

Seit über 125 Jahren gibt es die Freie evangelische Gemeinde in Frankenbach. Was heute eine lebendige und familienfreundliche Gemeinde ist, begann im Jahr 1882 mit einem kleinen Hauskreis aus einigen jungen Männern. Um das Jahr 1880 muss es in Frankenbach zu kleineren Erweckungen gekommen sein. Wenige Jahre danach hat sich in Frankenbach ein kleiner Kreis gläubiger Menschen zusammen gefunden. In der Kirchenchronik von Krumbach ist unter dem Jahr 1883 der Hinweis zu finden, dass in Frankenbach neuerdings eine Abendmahlsgemeinschaft besteht. Das legt den Schluss nahe, dass 1882 der Kreis entstanden ist, aus dem sich später die Freie evangelische Gemeinde Frankenbach gebildet hat. Man verstand sich als Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche und dachte nicht an Trennung und Kirchenaustritt. Doch man wollte bewusst Gemeinde nach dem neuen Testament sein. Deshalb wurde die Kindertaufe abgelehnt und zum Abendmahl ließ man nur Gläubige zu.

Die Mitglieder dieses Kreises trafen sich viele Jahre im Haus von Johannes Gerth, doch als dessen Schwiegersohn Bürgermeister wurde, kam in sein Haus zu viel Unruhe, so dass es schwer wurde, dort Bibel- und Gebetsstunden abzuhalten. Ab 1886 trafen sie sich dann bei Christian Wack (heute Kirchstraße 23). Dort fanden montags Gebetsstunden für Frauen statt, Samstagsabends für Männer und Frauen. Alle 14 Tage wurde am Sonntagnachmittag eine Bibelstunde mit Abendmahl gehalten. Brüder sprachen und ab und zu kam auch ein auswärtiger Redner zum Dienst. Christian Wack räumte zu den Versammlungen jedesmal seine Schreinerwerkstatt. Auch im Wohnraum lauschten viele Menschen der Botschaft. 1897 baute Christian Wack seine Werkstatt weiter aus und richtete sogar ein Taufbecken ein.

Jahre der Erweckung

 

Die folgenden Jahre waren in Frankenbach eine Zeit der Erweckung, mitunter durch Gustav Klein, einen Evangelisten der Neukirchner Mission aus Runzhausen, der einige Male vor den 25 – 30 Menschen in der Versammlung predigte. Gerhard Lehmann hat in seinem Buch, „der Wind bläst wo er will…“ von dieses Zeit berichtet:

„Als Klein seine evangelistische Tätigkeit begann, war die Zeit für Erweckungen im größeren Stil reif. So durfte er die Ernte einfahren… In den meisten Orten, die Gustav Klein besuchte, gab es Erweckungen. Hervorzuheben ist Frankenbach, wo durch Gustav Kleins Wirken in den Jahren 1884 und 1885 und später 1894, große Erweckungen hervorgerufen wurden, so dass sich Frankenbach zu einem Mittelpunkt geistlichen Lebens im Süden des Hessischen Hinterlandes entwickelte.“

 

Anfeindung durch Pfarrer und Kirche

Die junge Gemeinde hatte es keineswegs leicht. Besonders hart wurde sie von kirchlichen Kreisen abgelehnt. 1885 wurde Pfarrer Arthur Geibel durch Pfarrer Gustav Hammann abgelöst, der gegen jede außerkirchliche Bestrebung war. Besonders die diskriminierenden Attacken gegen ein Missionsfest machten deutlich, wie schwer es außerkirchlich Gläubige in ihrer Entstehungszeit hatten. Es dauerte Jahrzehnte, bis es zu einem friedlichen Nebeneinander von Landeskirche und Freier evangelischer Gemeinde kam.

Frankenbach erhält ein eigenes Gemeindehaus

 

In den Jahren 1904 und 1905 baute die Gemeinde ein eigenes Gemeindehaus. Die Gemeinde war inzwischen so groß geworden, dass die Räume bei Christian Wack nicht mehr ausreichten. Am Sonntag, den 04. Juni 1905 fand die Einweihung des Versammlungshauses in Frankenbach statt.

 

Die Gemeinde schließt sich dem Bund an

 

Am Himmelfahrtstag 1909 wurde die Hessische Evangelisationskonferenz in Frankenbach abgehalten. Durch solche und ähnliche Veranstaltungen wurde die Gemeinde immer mehr mit der Arbeit des Bundes vertraut und wurde während der Bundeskonferenz, die vom 17. – 19. Juni in Witten stattfand, in selbigen aufgenommen.

 

Die darauffolgenden Jahre waren durch viele Evangelisationen und Erweckungen geprägt, bei denen nicht selten bis zu 15 Menschen zum Glauben an Jesus Christus fanden. 1937 wurde Prediger Walter Lück von Erich Brennecke abgelöst. Er war der erste Prediger, der nicht von der Neukirchner Mission kam, sondern am Predigerseminar der Freien evangelischen Gemeinden in Vohwinkel ausgebildet worden war.  Als der Zweite Weltkrieg ausbrach wurde er mit den Ersten eingezogen, im Verlauf der Krieges als vermisst gemeldet. Über zehn Jahre war die Gemeinde nun ohne Prediger. Die Brüder teilten sich den Dienst.

Die Gemeinde nach dem zweiten Weltkrieg

 

Mit Gerhard Kuhlmann erhielt die Gemeinde 1950 wieder einen Prediger. Er war der erste, der im Predigerseminar in Ewersbach ausgebildet wurde. Ein weiteres wichtiges Ereignis erlebte die Gemeinde am 11. April 1964 mit der Einweihung des umgebauten und erweiterten Gemeindehauses. 600 bis 700 Menschen nahmen an der Feier teil und freuten sich mit der Gemeinde.

Die Gemeinde heute

 

In den Jahren von 1960 bis heute ist die Gemeinde stets gewachsen und hat sich weiter entwickelt. Verschiedenste Arbeitszweige und Gruppen fanden immer mehr Besucher. Fast von Anfang an gab es schon einen Gemeinde-Chor und eine Sonntagsschule; Gruppen, die es bis heute gibt. Wie auch Die Gemeinde-Bibel-Stunde. Vieles hat sich aber auch verändert. Das Gemeindehaus wurde in den Neunzigern noch ein weiteres Mal vergrößert und 2007 wurde der Eingangsbereich neu und einladender gestaltet, sowie der Gottesdienstsaal renoviert. Heute ist dieser technisch auf höchstem Niveau ausgestattet und ermöglicht multimediale und zeitgemäße Gottesdienste. Musikalisch hat sich die Gottesdienstgestaltung gerade in den letzten Jahren enorm verändert und ist nun eine Mischung aus traditionellen Gemeindeliedern und zeitgemäßer Musik mit Schlagzeug und E-Gitarre. »das Gemeindehaus heute

 

Über 125 Jahre gibt es die Freie evangelische Gemeinde in Frankenbach. Doch diese Jahre sind kein Ziel, sondern nur ein Meilenstein auf dem Weg. Der Weg geht weiter! Gott stellt uns vor neue Aufgaben: Missionarische Gemeinde zu sein, die durch ihr Leben, Reden und Tun ihren Herrn Jesus Christus verherrlicht und Menschen in seine Nachfolge ruft bis zu dem Tag seiner Wiederkunft. Dieser Rückblick auf die Geschichte der Gemeinde Frankenbach will uns anspornen freudig ans Werk zu gehen.